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Die Großmutter Charlotte, "die Lotte" 
*30.11.1867 - †11.06.1925
 
1867 - 1906 in Sdorren
Das Ende der Sdorrener Ära
1906 - 1925 in Wattenscheid

 

Das Schicksal der Charlotte Gutowski, der "Lotte", und das meines Vaters sind eng miteinander verknüpft.  Ihr  Leben, Leiden und Schicksal und mithin das Schicksal ihrer vier unehelichen Kinder in Sdorren  lässt sich nur erahnen. 
Die Lotte ist die herumgeschubste "ewige Magd", auf dem seit 1831, dem frühen Tod ihres Großvaters, Michel Wilhelm, und bis 1913 schließlch endgültig verfallenden elterlichen großen Hof Sdorren Nr. 2 - der einstmals große Hof der Frey-Schulzen mit großer und langer Tradition.

Sie ist und bleibt es, ob nun bis zum Tod ihres Vaters August, im Frühjahr 1878, ob fortführend dann beim Stiefvater Rudolf Foltin - die zwei älteren Schwestern, Friederike, Amalie und Marie und auch die jüngere Julie haben rechtzeitig und gut weggeheiratet - oder als willige Bett-Matraze beim "großen Herrn Bruder". Nach der Ernte im Jahr 1906 hat sie schnell den 16 Jahre jüngeren "Mursa-Karl" geheiratet, auch so ein "armes Schwein" wie sie aus Sdorren. Beide sind sie dann "abgemacht" in den Kohlenpott nach Wattenscheid. Das Herumschikanieren beim "Schwerin-Ruchay", dem späteren Käufer der Gutowskischen Ländereien - "bis zu welchem Tage der Käufer die gekauften Parzellen gepachtet hat" - war sie endgültig leid. Ihr Schicksal ist das vieler anderer Mädchen in Masuren. Genauer lässt sich ihr Schicksal jedoch nicht rekonstruieren. 

In Sdorren hat sie vier uneheliche Kinder geboren. Der - jeweils - mutmaßliche Vater der Kinder bleibt aber im Dunkel - 1. "darüber spricht man nicht" 2. "Vati", Fritz Gutowski, auf die Frage nach der Ursache seiner Blindheit von Geburt an: "Zeugung in nächster Verwandtschaft" -
ist der - jeweils - mutmaßliche Vater ihr ältester Bruder Rudolf, der "Herr Ökonom"?
 

  1.  Helene (blind)  *1888; sie wurde nie von Vati erwähnt. Sie habe ich erst durch Zufall im "53. Jahresbericht über die Wirksamkeit der Ostpreußischen Blinden-Unterrichts-Anstalt zu Königsberg i. Pr. von 1899" unter den neu aufgenommenen Zöglingen - damals 11 Jahre alt - gefunden - ihr Sterben ist unbekannt - im Bericht von 1904 wird sie nicht mehr aufgeführt.
            s. unten den Bericht von 1901
  2. Carl lebte in Frankfurt (Oder), 1927 Fürstenwalder Str. 58, ab 1933 Gurschstr. 7
    wo wir ihn 1941 besucht haben,
    zuletzt Amtsgehilfe, Postverwalter (Hauswart) im Versorgungsamt Frankfurt (Oder)
    *17.12.1892 - †12.03.1945 im Lazarett Bad Wildungen - beerdigt auf dem Soldatenfriedhod dortselbst. Endgrablage: Reihe 8 Grab 127
           erfahren habe ich es erst bei der Recherche im Jahr 2011
           s. unten seinen Grabstein
  3. Friedrich Gustav, gen. Fritz, mein Vater, (blind geboren)
    *15.10.
    1894 in Sdorren - †04.10.1963 in Kassel
  4. Anna lebte bei ihrer Mutter
    *23.06.
     1898 - †27.04.1943 in Wattenscheid - "sie war ein wenig einfältig imKopf"

Die billige, willige, ungebildete Magd - so mein Vater - war schon gefragt, ihre Kinder - Schande der Familie und im Dorf - aber nicht; die mussten weg

Mit dem ebenfalls aus Sdorren stammenden viel jüngeren Bergmann Karl Mursa - *24.02.1883 in Sdorren - †09.05.1945 gefallen - hat die Lotte noch einen Sohn,
      5. "Onkel" 
Rudolf *07.09.1907 - †05.04.1988, Vatis geliebter Stiefbruder.
 
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Aus dem 53. Jahresbericht über die Wirksamkeit der Ostpreußischen Blinden-Unterrichts-Anstalt zu Königsberg i. Pr. 1901

Helene Gutowski müsste demnach 12 Jahre alt geworden sein;

Fritz Gutowski - mit 7 Jahren - gehört 1901 zu den neu aufgenommenen Zöglingen.

Der Soldatenfriedhof in Bad Wildungen
auf dem "Onkel Karl" liegt




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