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Die 5 Generationen Gutowski in Sdorren, Kreis Johannisburg - Masuren

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1784 - 1811 Die 3xUrgroßeltern

Landgeschworener George Aemilius Gutowski *~1757 - †06.03.1811

und Barabara Wykowscanka, primo votr. Foltin *~1754 - †~1821

 

Das hohe Lied zweier intakter begüterter Familien

 

Im November 1784 heiratet der 28-jährige "Młodcienied", Junggeselle, George Aemilius Gutowski, Sohn des Landgeschworenen Michael Gutowski aus Turowen im Kirchspiel Kumilsko, nach Sdorren am Sexter- bzw. Spirdingsee in ein "gemachtes Bett": Die "clevere" Wittwe des Frey Schultzen Christian Foltin, Barbara Wikowsczanka.

Die Foltins waren in mindestens 4 Generationen angesehene Schulzen in Sdorren. Außer den fünf überlebenden Kindern - von 14 - aus der 1. Ehe gehören zur "Schicht" der Barbara 2 1/4 Hufe Schulzengrund sowie weitere verstreute Hufen und Morgen Werder.

Im "Nachlass-Inventarii" fallen neben 15 Pferden, -zig Rind- und anderem Vieh, der reichhaltigen Hofausstattung auch die Auflistung des Inhalts der Kleiderschränke auf, die einen tiefen Blick in das Leben, die Arbeit und die Kultur der Familie Foltin und der bei mir so benannten blaublümigten, blauweiß-gestreiften 3xUroma tun lassen.

- Wert des Erbes im Jahr 1784/85:    823 Rtr, 62 Groschen -

 

26 Jahre später, am 6. März 1811, stirbt der 3xUrgroßvater Landgeschworener George Aemilius Gutowski ohne Testament

Aus den am 5. März 1812, angelegten "Verlassenschafts Inwentarii" geht nicht nur hervor, dass Haus, Ställe und Scheunen erneuert sind, sondern nun auch 5 1/2 Hube Krugland und 6,3 köllmische Huben "auf  Thurowen  gemäß Theilungs Rezeß über den Nachlaß des Michael Gutowskÿ aus Thurowen vom 17 Julÿ 1804vom väterlichen Erbe zum Besitz hinzu gekommen sind. Der Besitz ist auf mehr als das Doppelt angewachsen.

Die Foltin- und Guttowskÿ-Kinder-Familie ist seither auch viel größer geworden. Aus Nennungen von Paten bei Taufen scheint hervor zu gehen, dass Geschwister und Verwandte des George Aemilius mit nach Sdorren übersiedelt sind.

Wie aber war die Bewirtschaftung dieser beider landwirtschaftlichen Flächen nur mit Pferden und Ochsen bei einer Entfernung von 30 km zwischen Sdorren und Turowen überhaupt möglich?

 

In der 1. Praestationstabelle und der Mühlen-Consignation von Johannisburg aus den Jahren 1763 bis 1769 wird der Vater des George Aemilius, Michel / Michael Guttowskj, erstmals erwähnt.

"Große" über 12 Jahre: Männer und Weiber 2, Söhne 1 - (George Aemilius also), Knechte und Mägde 1, Jungens und Marjelchens 1; kleine unter 12 Jahren: Söhne 2, Töchter 1 - namentlich bis heute unbekannt bzw. nur vermutet.

Über die Größe des Besitzes gibt das Steuergefälle Thurowen von 1767/68 Auskunft:

Michel Guttowskj ist der größte Besitzer und Steuerzahler in Thurowen mit 6 Huben. Das entspricht in etwa den 6,3 Huben des Aemilius im Jahr 1812. Die 5 1/2 Hube Krugland müssen später hinzu gekommen sein.

1775/81 sind es in PT Johburg Nr. 4 und 1781/87 PT Johburg 5: 5 Huben, 19 Morgen, 285 Ruten
und 3 Söhne, 1 Tochter über 12 Jahre.

Aber in PT Johburg Nr. 7 von 1791-1803 gibt es ein wenig Aufschluss:

Dort werden die 6 Hufen des Michel G. nicht mehr genannt, aber in Thurowen  als ein Besitzer  "außerhalb den Dorfs Grenzen an erblichen Wiesen im Pishawodder Bruch" Albr. Gutowski.

1804 ist Michel / Michael Gutowski gestorben. Albrecht ist wohl ein jüngerer Sohn des Michel und nicht mit dem gangen Erbe bedacht - und im "Theilungs Rezeß" nur mit dem Besitz von 1 Hufe, 26 Morgen und 243 Ruten genannt - außerhalb von Turowen also und wesentlich weniger als das oben im Jahr 1804 genannte "Erbe".

Erst in PT 31 von 1828-1830 - Kirchspiel Kumilsko - tauchen in Thurowen ein (Enkel ?) Paul, Micha (ist durchgestrichen) et olim Albrecht Gutowski auf mit größerem Besitz 108 Morgen 197 Ruten - aber durchgestrichen ! - und nochmals zweimal Albrecht G. mit zwei kleineren Beitztümern á ca. 25 Morgen (eines davon wie oben 1791-1803) 

Im Grundbuch von Thurowen von 1819 gibt es einen Kaufvertrag vom 7 ten Julÿ 1818 zwischen der Königlichen Regierung in Gumbinnen mit allen Einsaaßen zu Thurowen über den "Holzbestand". Zu diesen einzeln aufgeführten Einsaaßen gehört ein Michael Gutowski, der dort auch unterschreibt. Dieser Michael Gutowski kann nur der Sohn des George Aemilius sein, der im Nachlass von 1812 noch vor seinem Bruder älteren Bruder Emilius als Erbe genannt wird.

Nach dem Tod der Mutter Barbara - 1822 - übernimmt "der Erbe Michael Gutowski den gesamten Nachlaß für die Taxe des Inventarii vom 5ten Maerz 1812 über den Nachlaß seines Vaters erb und eigenthümlich."

Aus beidem ist zu schließen, dass zum Besitz also auch die 5 1/2 Hube Krugland und 6,3 köllmische Huben "auf  Thurowen" noch im Jahr 1822 gehören . 

Endgültige Antwort gibt es keine.

 

Aber dies zeichnet das "Verlassenschafts Inwentarii" von 1812 ganz besonders aus:

           Die Erben zedieren der Schichtgeberin
           den gantzen be- und unbeweglichen
           Nachlaß für die Taxe des Inventaru
           erb u. eigenthümlich.

Die Erben lassen ihre Erbtheile beÿ der Schichtgeberin ohne Zinsen und Sicherheit stehen, diese ist verbunden  sie statt der Zinsen mit allen Bedürfnissen zu unterhalten, auch ihnen die Erbtheile, sobald sie es verlangen, auszuzahlen.

 

Schon dies allein singt 

"Das hohe Lied einer intakten,begüterten Familie."

 

- Wert des Erbes 1812: 1.172 Rtl 33 Groschen -

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